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Miyagi

Details

Chojun Miyagi
(1888 - 1953)

Chojun Miyagi wurde 1888 auf Okinawa geboren. Er gehörte einer der reichsten Familien Okinawas an. Im Alter von 5 Jahren starb der Haupterbe seiner Familie und er wurde als Nachfolger eingesetzt. Aufgrund dieser Verantwortung, die auf ihm lastete, wurde beschlossen, dass er die Kampfkünste erlernen sollte, was er im Alter von 11 Jahren begann. In seinem 14. Lebensjahr wurde er Kanryu Higashionna vorgestellt, dessen Schüler er wurde. Es wird berichtet, dass Miyagi in den ersten Trainingsmonaten ausschliesslich Formen des Tai-Sabaki erlernte (Tai-Sabaki sind Übungen zur Versetzung des Schwerpunktes beim Ausweichen und vorgehen. Es wird auch häufig als "Fussarbeit" bezeichnet). Danach ging sein Trainingsprogramm zur Kata Sanchin über, die er die nächsten 3 bis 4 Jahren übte. Das Training unter Higashionna war sehr anstrengend, denn dieser legte grossen Wert auf eine gute körperliche Verfassung seiner Schüler.

Miyagi blieb 15 Jahre lang Schüler von Higashionna. Als dieser 1916 starb ernannte er Miyagi zum Soto-deshi, zum äusseren Schüler, der den Stil nach aussen hin weiterverbreiten sollte.

Durch seine Herkunft war Miyagi in der Lage, ohne Probleme Reisen zu unternehmen, um die Herkunft des Naha-Te Higashionnas zu erforschen. Noch im Jahr 1916 reiste er nach China in die Provinz Foochow, wo das alte Dojo von Ryu Ryuko, bei dem Higashionna lange trainiert, lag. Er fand es jedoch verlassen und zerstört vor. Ein ehemaliger Schüler Ryukos, den er dort traf, berichtete von grossen Unruhen unter den Kampfkunstexperten, und dass viele von ihnen getötet oder geflohen waren: Es war die Zeit nach dem grossen Boxeraufstand im Jahre 1900.

Nach Okinawa zurückgekehrt begann Miyagi damit, die Kata Rokkishu weiterzuentwickeln. Aus dieser entstand durch seine Arbeit die heutige Form der Tensho. Auch wurden von ihm schon zu dieser Zeit die Grundformen der Kata Gekisai festgelegt, die Mitte der 40er Jahre zu ihrer endgültigen Form reiften.

1926 gründete Miyagi in Naha eine Karate-Schule, die er Karate Research Club nannte. Ziel war es, Karate unter universellen Aspekten zu unterrichten und er lud namhafte Karateka wie Kenwa Mabuni (Shito-Ryu) Choki Motobu (Shorin-Ryu) dazu ein. 1927 besuchte Jigoro Kano, der Begründer des modernen Judo, diese Schule. Dieser wollte nach einem Zusammentreffen mit G. Funakoshi weitere Informationen über das okinawanische Karate sammeln. Aus dieser Zeit resultierte ein reger Briefkontakt Kanos mit Miyagi. Kano verhalf Miyagi in späterer Zeit dazu, da okinawanische Karate in Japan zu verbreiten. Der Karate Research Club wurde 1929 wieder aufgelöst, da die einzelnen Meister ihrer eigenen Wege gingen.

Im Jahre 1930 wurde Kaiser Hirohito in Japan gekrönt. Zu diesem Anlass wurden am Hof Hirohitos verschiedene Kampfkunstsysteme vorgestellt. Miyagis System wurde von seinem ältesten Schüler Shinzato Jin'an dargelegt. Als dieser daraufhin nach dem Namen des Stils gefragt wurde, wusste er zunächst nichts darauf zu antworten. Es war noch nicht lange üblich, den einzelnen Stilen Namen zu geben und Higashionna übte Zeit seines Lebens "Naha-Te". Shinzato überlegte kurz und antwortete, der Stil würde Hanko-Ryu (Hanko=halb-schwierig) genannt. Als er später Miyagi davon berichtete, zitierte dieser eine Stelle aus dem Bubishi, in der berichtet wird, dass alles "im Universum hart und weich atme". Daraufhin nannte Miyagi den Stil Goju-Ryu (Hart-weicher Stil).

Miyagi bereiste in der Zeit zwischen 1934 und 1940 die Länder des Pazifik und versuchte, seine Kampfkunst weiter zu verbreiten. Nach dem 2. Weltkrieg, durch den er u.a. seinen Schüler Shinzato Jin'an verlor, siedelte er sich endgültig in Okinawa an und unterrichtete dort bis zu seinem Tod im Jahre 1953. Trotz seiner z.T. schweren Krankheit (Bluthochdruck, Herzprobleme) bemühte er sich stets, das Goju-Ryu in der Welt bekannt zu machen.

Viele seiner Schüler gründeten eigene Dojos und Unterströmungen. Durch seine Lehrtätigkeit in Japan und auf Okinawa jedoch wurde das System in die Hauptströmungen des Okinawa Goju-Ryu und des Japanischen Goju-Ryu gespalten. Letzteres wurde durch seinen Schüler Gogen Yamaguchi hauptsächlich aufgebaut. Miyagis Schüler waren u.a. Seiko Higa (Shodokan), Meitoku Yagi (Meibukan), Eiichi Miyazato (Jundokan) und Gogen Yamaguchi (Gojukai).

   
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